Fotowettbewerb Interview

Interview – Reto Savoca

Unser Fotowettbewerb ist mal wieder zu Ende. Von den 4 ausgewählten Bildern, hat das Bild von Reto Savoca die meisten “Gefällt mir”- Angaben. Zum ersten Mal (und auch nicht zum letzten Mal) haben wir ein Interview mit dem Gewinner gestartet.

Foto: © Reto Savoca

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Reto Savoca: Durch meinen Vater- er hat seit ich weiss mit Spiegelreflex fotografiert und ich konnte seine alte Pentax Spotmatic (vollmechanisch manuell mit externem Belichtungsmesser)  für meine ersten photographischen Gehversuche haben. Er hat mir alle basics beigebracht.

Was muss man unbedingt können, um ein leidenschaftlicher Fotograf zu sein?

Etwas leiden sollte man schon können – früh aufstehen, wenig Schlaf, manchmal etwas frieren und Frustrationstoleranz, wenn das Wetter trotz Planung halt nicht will. Fast alles, was man sonst können muss, ist einfach im Internet zu finden – es ist voll von tollen ebooks und Tutorials – viele davon gratis. Was mir persönlich auch sehr viel gebracht hat, sind Fotoreisen mit Profis und der Kontakt mit anderen “Angefressenen” via Facebook.

Was fotografierst du besonders gerne, gibt es bestimmte Motive oder Orte?

Am liebsten mag ich – offensichtlich – die Landschaftsfotografie, gelegentlich auch Makro oder einfache Portraits – wenn es mir gelingt, Menschen so zu fotografieren, dass sie Freude an den Bildern haben, bin ich sehr stolz, denn dies ist sehr schwierig, fnde ich. Landschaftsmässig gefällt mir in meiner näheren Umgebung der Bodensee und Rheinfall, immer mehr auch die Berge sowie Nordeuropa (Island, Norwegen).

Welche Kamera benutzt du zurzeit?

Eine Nikon D800

Wie stehst du zum Thema Bildbearbeitung?

Bildbearbeitung gehört fix zur digitalen Photographie. Wer ein Problem damit hat, sollte auf Diafilme umsteigen. Denn auch sogenannt “unbearbeitete” Bilder “direkt aus der Kamera” sind intensiv durch die Kamerasoftware bezüglich Schärfe, Farbsättigung und Kontrast bearbeitet!  Ich fotografiere immer RAW und entwickle in Lightroom und benutze Photoshop nur noch für fine tuning. Focus- oder exposure stacking und wegretouchieren von störenden Elementen finde ich auch ok – persönlich mache ich die Grenze, wenn einzelne Bildteile aus komplett verschiedenen Aufnahmen an unterschiedlichen Orten stammen. Das ist dann digitale Kunst für mich und nicht mehr Photographie. Aus einem digitalen Negativ (RAW) alles rauszuholen mach mir noch mehr Spass als die Arbeit früher in der Dunkelkammer. Ein gutes Landschaftsbild soll die Stimmung rüberbringen – wie weit man dafür bei der Bearbeitung geht ist Ansichts- und Geschmacksache.

Welches ist dein persönliches Lieblingsfoto und wie ist es entstanden?

Am liebsten würde ich mit dem berühmten Zitat von I.Cunningham antworten: “Which of my photographs is my favorite? The one I’m going to take tomorrow.” Aber eines meiner Lieblingsbilder ist sicher das relativ schwache Polarlicht letzten August über der Gletscherlagune in Island – für mich ein ein schönes Beispiel, dass Fotografieren Priorität hat, nicht der Schönheitsschlaf – meine Frau und ich waren nämlich allein mit Raymond Hofmann, unsererm Fotoreiseleiter in der Lagune – alle andern waren im Hotel…

Foto: © Reto Savoca / Link zum Bild 

Du hast jetzt schon zum 2. mal gewonnen (Nacht und Langzeitbelichtung). Wie findest du bis jetzt unsere Fotowettbewerbe? Gibt es von der Seite aus Verbesserungsvorschläge?

Mir gefallen die Wettbewerbe gut, toll, dass es so viele Teilnehmer gibt. Vielleicht könnte man an der Auswahl der Kandidaten für die Endausscheidung noch etwas verbessern? Es gab einige tolle Bilder, mit ganz wenigen “likes” – schade haben diese nicht mehr Beachtung erhalten! Vielleicht wäre eine Endauswahl von mind. 10 Bildern adäquat? Jedenfalls vielen Dank, dass Ihr mein Bild ausgewählt habt.

Viele weitere Bilder von Reto Savoca findet ihr hier: https://500px.com/RetoSavoca